„Was ist besser?“ ist bei diesem Vergleich die falsche Frage. Google Ads und ChatGPT Ads erreichen Nutzer in unterschiedlichen Situationen – welcher Kanal wann sinnvoll ist und wie eine Doppelstrategie aussehen kann, ordne ich hier ein.
ChatGPT Ads oder Google Ads?
Ich halte die Frage „Was ist besser?“ derzeit für falsch gestellt. Beide Werbesysteme erreichen Nutzer in unterschiedlichen Situationen.
Google Ads setzt bei einer aktiven Suche an. ChatGPT Ads können innerhalb einer laufenden Unterhaltung erscheinen, in der ein Nutzer recherchiert, vergleicht oder seine Anforderungen konkretisiert. Es handelt sich damit eher um zwei Werkzeuge für unterschiedliche Phasen der Customer Journey als um direkte Konkurrenten um denselben Nutzeraugenblick.
Die wichtigsten Unterschiede
| Kriterium | ChatGPT Ads | Google Ads Suche |
|---|---|---|
| Nutzersignal | Gesprächskontext und Absicht | Suchanfrage |
| Targeting | Context Hints und Relevanzsignale | Keywords und weitere Signale |
| Abrechnung | CPC und CPM | verschiedene Gebotsstrategien |
| Nutzungssituation | Dialog und Recherche | aktive Suche |
| Reifegrad | junges Werbesystem | etablierte Plattform |
Wo hat Google Ads derzeit Vorteile?
Google Ads verfügt über einen deutlich höheren Reifegrad, umfangreiche Daten, große Reichweite und langjährig entwickelte Optimierungssysteme.
Hinzu kommt die hohe kommerzielle Aussagekraft vieler Suchanfragen. Wer beispielsweise konkret nach einem Dienstleister, Produkt oder Preis sucht, signalisiert häufig bereits eine starke Absicht. Diese Kombination aus Reife, Datenmenge und klarer Kaufabsicht macht Google Ads für die meisten B2B-Unternehmen aktuell weiterhin zum verlässlicheren Haupt-Performance-Kanal.
Was könnte ChatGPT Ads interessant machen?
Der größere Gesprächskontext ist der spannendste Unterschied. Nutzer können ihr Problem ausführlich beschreiben und Anforderungen schrittweise konkretisieren.
Dadurch entsteht theoretisch die Möglichkeit, Anzeigen nicht nur anhand eines einzelnen Begriffs, sondern anhand einer komplexeren Situation auszuwählen. Interessant ist das vor allem für erklärungsbedürftige B2B-Angebote, bei denen ein einzelnes Keyword die tatsächliche Fragestellung des Interessenten ohnehin nur unzureichend abbildet.
Ersetzen ChatGPT Ads Google Ads?
Das halte ich für sehr unwahrscheinlich.
Viel plausibler ist, dass Unternehmen zukünftig mehrere Search- und KI-Kanäle parallel betrachten müssen.
Die entscheidende Frage lautet dann nicht „Google oder ChatGPT?“, sondern: Wo findet die Recherche beziehungsweise Kaufentscheidung meiner Zielgruppe statt?
Wie würde ich beide Kanäle vergleichen?
Bei einem späteren Deutschland-Test würde ich nicht nur CPC und CTR vergleichen.
Wichtiger wären:
- Conversion-Rate
- Kosten pro qualifizierter Anfrage
- Leadqualität
- Abschlussquote
- Kundenwert beziehungsweise Deckungsbeitrag
Erst ein Vergleich auf dieser Ebene zeigt, ob ChatGPT Ads für Ihr Angebot wirtschaftlich einen echten Zusatznutzen bringt – nicht nur zusätzliche Reichweite, sondern zusätzliches Geschäft.
Wann ergibt eine Doppelstrategie Sinn?
Aus meiner Sicht dann, wenn Google Ads bereits stabil läuft und sauber gemessen wird. Ein neuer Kanal sollte immer zusätzlich zu einer funktionierenden Basis getestet werden, nicht als Ersatz für eine schwach performende Google-Ads-Kampagne.
Wer heute schon Schwierigkeiten hat, aus Google Ads verlässliche Leads zu generieren, sollte zuerst dort ansetzen. Ein zweiter Kanal löst selten Probleme, die im ersten Kanal liegen – er verdoppelt sie eher.
Welcher Kanal passt zu Ihrer Zielgruppe?
Ob Google Ads, ChatGPT Ads oder beides sinnvoll ist, hängt von Ihrer Nutzungssituation und Ihren Bestandsdaten ab. Das klären wir im Marketing-Audit.